Mein Smart Home mit Home Assistant und Ikea Matter Geräten

#Homelab

Im Januar 2026 hat Ikea eine neue Produktlinie mit Smart Home Geräten herausgebracht, die nicht, wie die bisherigen Geräte, für die Kommunikation Zigbee verwenden, sondern den im Allgemeinen als moderner angesehenen Matter-Standard verwenden. Dies kam mir sehr gelegen, da ich mir kurz vorher einen Mini PC angeschafft hatte, unter anderem mit dem Ziel, mein eigenes Smart Home zu betreiben. Wie ich diesen aufgesetzt habe, ist hier nachzulesen.

Ein teurer Trip zu Ikea

Die Matter-Serie von Ikea wirkte vielversprechend, da sie im Vergleich zu manch anderen Matter-Geräten günstiger ist. Das beste daran ist jedoch für mich, dass die Geräte alle mit Home Assistant funktionieren, da Matter ein allgemeiner Standard ist und der von Ikea vertriebene Smart Home Hub nicht benötigt wird, wenn man einen Home Assistant Server betreibt. Der Betrieb der Geräte funktioniert vollständig lokal und ist unabhängig von etwaigen Drittanbietern.

So machten meine Mitbewohnerin und ich uns in ihrem alten Twingo auf den Weg zum nächstgelegen Ikea und deckten uns mit smarten Glühbirnen, Schaltern, Steckdosen und Sensoren ein. Dabei gaben wir eine unangenehme Menge an Geld aus, dafür, dass wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen konnten, ob das Smart Home für uns funktionieren würde. Die Vorstellung, dass man das Licht nicht mehr aus- und anschalten kann, wenn der Server gerade nicht funktioniert, fanden wir insbesondere sehr nervig. Allerdings sind die Geräte in ihren Grundfunktionen auch ohne Smart Home Verbindung benutzbar. Die Lampen gehen an, wenn sie Strom erhalten, nachdem sie vorher stromlos waren. Dies hat zwar den Nachteil, dass nach einem Stromausfall alle Lampen angehen, aber führt auch dazu, dass man die Lampen noch mit ihren ursprünglichen Schaltern bedienen kann. Einzig das Dimmen der Lampen funktioniert nur über eine Smart Home Verbindung, da keine Fernbedienungen verfügbar sind.

Thread-Dongle

Die Ikea Geräte kommunizieren mit dem Server über "Matter over Thread", wobei Thread das zugrundeliegende, auf TCP basierende Kommunikationsprotokoll ist. Damit Home Assistant vom Heimserver aus mit den Geräten interagieren kann, benötigt man einen Dongle, auf dem eine entsprechende Firmware laufen muss, die Thread unterstützt.

Der Thread-Dongle, den ich für meinen Heimserver gekauft habe.

Matter-Over-Thread in Home Assistant

Home Assistant benötigt so zwei Apps:Matter Server, um die Matter-Geräte zu unterstützen, und OpenThread Border Router, damit Matter-Over-Thread Geräte mithilfe des Dongles angesprochen werden können. Ohne letzteres können immer noch Matter-Over-WiFi Geräte verbunden werden, welche aber nicht in der Ikea-Serie enthalten sind.

Um die korrekte Firmware auf dem Dongle zu installieren, habe ich zudem dieSonoff Dongle Flasher-App in Home Assistant installiert. Da ich den USB-Port sowieso schon an die VM durchgereicht hatte, war dies die komfortabelste Möglichkeit, diesen zu flashen. Falls ich die Firmware in Zukunft aktualisieren möchte, kann ich dies auch aus der Ferne tun.

Unsere Geräte

Lampen

Die Lampen der KAJPLATS Serie gibt es in verschiedenen Helligkeits- und Farbspektren. Die allerhellste Variante gibt es nur in Weiß-Tönen und nicht in RGB. Diese haben wir für manche Deckenleuchten verwendet, die besonders hell sein müssen, aber bei den meisten anderen Lampen haben wir uns für RGB-LEDs entschieden.

Da wir über ein Jahr nach dem Einzug in unsere WG immer noch keine Deckenlampe im Wohnzimmer hatten, haben wir uns spontan für eine Deckenlampe von Ikea entschieden. (Das Design ist wohl vom Todesstern aus Star Wars inspiriert, und als wäre das stilistisch nicht schon schlimm genug, haben wir uns für eine Ausführung entschieden, die innen silbern glänzt, weil dies tatsächlich besonders gut in unser Wohnzimmer passt. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit unserer Entscheidung.)

Bei RGB-LEDs sollte man ein bisschen aufpassen, dass diese auch noch schönes LIcht abgeben, wenn man sie auf neutrales weißes Licht umstellt, aber ich bin diesbezüglich mit den LEDs von Ikea sehr zufrieden.

Schalter

Die smarten LEDs lassen sich dann in Home Assistant gruppieren und können über programmierbare Schalter gemeinsam an- und ausgeschaltet werden.

BILRESA Dual Button

Dafür verwenden wir den BILRESA Dual Button, der zwei Buttons hat, die sich in Home Assistant auf beliebige Aktionen zuordnen lassen. Dies funktioniert zuverlässig und mit zwar vorhandener, aber geringer Latenz. Da auch gemessen werden kann, ob der Button kurz gedrückt oder lange gehalten wird, lassen sie sich auch zum Dimmen der Lampen verwenden.

BILRESA Scroll Wheel

Das BILRESA Scroll Wheel hat ebenfalls einen Button, aber auch ein Scroll Wheel, welches entsprechend umso besser für das Dimmen verwendet werden können sollte. Leider erwiesen sich diese Schalter als merklich unzuverlässiger und die Integration in Home Assistant wirkt ebenfalls weniger ausgereift, weshalb wir mit diesen Schaltern nicht zufrieden sind.

Die meisten kleineren Ikea-Matter Geräte kommen mit Klebestreifen, aber auch mit eingebauten Magneten, sodass sie sich an beliebigen magnetischen Oberflächen befestigen lassen.

Bewegungssensor

Was wäre ein Smart Home ohne lustige Sensoren? Zusätzlich zu den Schaltern habe ich mir noch einen Bewegungssensor zugelegt, den ich neben meinem Bett platziert habe und verwende, um automatisch das Licht auf der niedrigsten Helligkeit zu aktivieren, wenn ich Nachts aufstehe.

Die Home Assistant Automation dafür habe ich so eingestellt, dass dies nur passiert, wenn die Sonne schon untergegangen ist und zuvor alle Lampen in meinem Zimmer ausgeschaltet sind, damit das Licht nicht einfach zufällig ausgeht.

Der MYGGSPRAY Sensor enthält ebenfalls einen Helligkeitssensor, der für diese Zwecke allein leider nicht ausreicht, weil er in niedrigen Helligkeitsbereichen ungenau ist.

Temperatursensor

Zuletzt habe ich noch einen Temperatur- und Feuchtigkeitssensor des Modells TIMMERFLOTTE gekauft, welcher ebenfalls in Home Assistant integriert ist.

Smart Plug

Die Smart Plugs aus der neuen Ikea sind besonders flexibel, weil damit jedes strombetriebene Gerät an- und ausgeschaltet werden kann. Sie lassen sich über Home Assistant an- und ausschalten, aber auch über den seitlich angebrachten Button. Eine kleine Statusleuchte sagt einem, ob das Smart Plug angeschaltet ist.

Laptop Laden mit Smart Plug

Ich besitze einen Acer Laptop, den ich für Uni, Arbeit und Freizeit verwende und der entsprechend oft den ganzen Tag im Einsatz ist. Bis auf eine abenteuerliche Reparaturaktion (siehe dieser Beitrag) hatte ich bisher wenig Probleme mit ihm und möchte ihn noch eine Weile benutzen. Ich habe auch bereits zwei mal den Akku gewechselt, da dieser nach einigen Jahren Dauerbetrieb nicht mehr so lange hält wie vorher.

Um den Akku nicht andauernd austauschen zu müssen, möchte ich ihn bestmöglich schonen. Leider verfügt der Laptop nicht über eine Funktion, um die maximale Ladekapazität zu begrenzen, weshalb ich mir eine smarte Steckdose gekauft habe, um den Stromfluss zu meinem Laptop zu steuern.

Wenn ich an meinem Schreibtisch arbeite, verbinde ich den Laptop über Thunderbolt mit einem USB-Hub unter meinem Tisch. (Ein Bild davon erspare ich dem Leser, da es sich um einen großen Kabelsalat handelt.) Der Laptop kann über den Hub geladen werden, indem ein USB-C Ladegerät an den Hub angeschlossen wird. Ich habe mir ein zusätzliches Ladekabel besorgt, das permanent mit der Dockingstation verbunden ist und in einer Mehrsteckerleiste angeschlossen ist, die auf meinem Tisch liegt. Bisher steckte das Ladekabel in einem Stecker mit physischem Schalter, den ich nach Bedarf an- und ausgeschaltet habe, um den Laptop zu laden oder nicht zu laden.

Nun habe ich das Ladekabel stattdessen in die smarte Steckdose gesteckt, die ich sowohl über den kleinen Button als auch über Home Assistant an- und ausschalten kann. Außerdem habe ich eine inoffizielle Linux Companion App für Home Assistant gefunden, die ich auf meinem Laptop installiert und so konfiguriert habe, dass mein Laptop seinen aktuellen Ladezustand an Home Assistant mitteilt.

Dadurch konnte ich praktische Automations erstellen, die meinen Laptop laden, wenn der Akku unter 20% fällt, und das Laden automatisch stoppen, wenn der Akku 80% erreicht hat.

Dies ist für den laufenden Betrieb sehr praktisch, jedoch nicht, wenn ich den Laptop während des Ladens ausschalte, weil dieser dann nicht mehr seinen aktuellen Ladestatus sendet und das Smart Plug nicht automatisch bei 80% ausgeschaltet wird. Das beste an dem Smart Plug ist jedoch, dass es den aktuellen Stromfluss misst. Ich habe eine Weile Daten gesammelt und festgestellt, dass der Laptop, wenn er vollständig geladen ist, weniger als 5 Watt zieht. Daher konnte ich die Automation so definieren, dass das Smart Plug deaktiviert wird, wenn der Verbrauch ein paar Minuten unter 5 Watt fällt, um zu verhindern, dass der Laptop über längere Zeit bis zu 100% geladen wird.

Die entsprechenden Automations lassen sich als YAML-Dateien erstellen:

alias: Charge Laptop if empty
description: ""
triggers:
  - trigger: state
    entity_id: sensor.ejuets_laptop_power
conditions:
  - condition: template
    value_template: >
      {% set charge_now = state_attr('sensor.ejuets_laptop_power', 'charge_now')
      | float(0) %} {% set charge_full = state_attr('sensor.ejuets_laptop_power',
      'charge_full') | float(1) %} {% set battery_percent = (charge_now /
      charge_full) * 100 %}

      {{ state_attr('sensor.ejuets_laptop_power', 'status') | string | trim ==
      'Discharging'
         and battery_percent < 25 }}
actions:
  - action: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.grillplats_plug_3
    data: {}
mode: single
alias: Stop Charging Laptop if Full
description: ""
triggers:
  - trigger: state
    entity_id: sensor.ejuets_laptop_power
    attribute: charge_now
  - trigger: numeric_state
    entity_id: sensor.grillplats_plug_power_3
    below: 5
    for:
      minutes: 10
conditions:
  - condition: state
    entity_id: switch.grillplats_plug_3
    state: "on"
  - condition: template
    value_template: >
      {% set status = state_attr('sensor.ejuets_laptop_power', 'status') %} {%
      set charge_now = state_attr('sensor.ejuets_laptop_power', 'charge_now') %}
      {% set charge_full = state_attr('sensor.ejuets_laptop_power',
      'charge_full') %}

      {% set laptop_online =
         status is not none and
         charge_now is not none and
         charge_full is not none
      %}

      {% set battery_percent =
         ((charge_now | float(0)) / (charge_full | float(1))) * 100
      %}

      {% set low_power =
         states('sensor.grillplats_plug_power_3') | float(999) < 5
      %}

      {{
        (laptop_online and battery_percent > 80)
        or
        low_power
      }}
actions:
  - action: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.grillplats_plug_3
mode: single

Diese Automation finde ich wirklich praktisch, da ich nicht mehr daran denken muss, den Laptop rechtzeitig zu laden oder das Laden zu stoppen.

Fazit

Insgesamt bin ich mit meinem Smart Home sehr zufrieden. Es ist schön, dass ich die Geräte alle lokal und ohne Drittanbieter betreiben kann, und die Integration in Home Assistant funktioniert zuverlässig. Es ist auch praktisch, dass die Lampen weiterhin mit ihren ursprünglichen Schaltern bedienbar sind, falls der Server mal nicht funktioniert. Vereinzelt hatte meine Mitbewohnerin Situationen, in denen eine bestimmte Lampe zufällig angegangen ist. Bisher ist dies aber noch nicht häufig genug passiert, um herauszufinden, woran es wirklich liegt. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass dies zu der anfänglichen Smart Home Erfahrung dazugehört.

Kommentare

Noch Fragen?